Erde aus Kleingärten im Kreis Unna lässt es im Denkmal „Der Bevölkerung“ wild wachsen

Kreis Unna/Berlin. Gute Erden aus dem Wahlkreis von Oliver Kaczmarek füllen seit gestern das einst hochumstrittene Kunstwerk „Der Bevöllkerung“ von Hans Haacke im nördlichen Innenhof des Reichtagsgebäudes in Berlin. Sie wurden von einer Delegation der Kleingartenvereine aus dem Wahlkreis mitgebracht.

Horst Breer, der Vorsitzende der Holzwickeder Kleingärtner vom Oelpfadpfad, füllt die Erde von der Emscher in den Sammelsack. Dass nichts daneben geht, darauf achtet Silvana Berger aus Oliver Kaczmareks Berliner Büro-Crew.

Horst Breer, der Vorsitzende der Holzwickeder Kleingärtner vom Oelpfadpfad, füllt die Erde von der Emscher in den Sammelsack. Dass nichts daneben geht, darauf achtet Silvana Berger aus Oliver Kaczmareks Berliner Büro-Crew.

Im, Rahmen eines offiziellen Aktes, festgehalten von einem Parlamentsfotografen wurde die heimische Muttererde in dem Lichthofbeet ausgestreut. Nicht ohne regionalen Herkunftsstolz geschah das, aber begleitet von kritischen Anmerkungen, wie sehr doch der kolossale Wildwuchs im Beet den pflegenden Ordnungssinn eines Kleingärtners stört.

Nach dem Plenumsbesuch mit Fragestunde an Innenminister Thomas de Maiziére hatten die 49 Besucher diese irdischen Mitbringsel in das Pflanzgeviert, wo die Erden gesammelt werden und heute das stuppige Wachstum rund um die leuchtfähigen Buchstaben „Der Bevöllkerung“ möglich machen. Immer mal wird einem Abgeordneten gestattet, das Kunstwerk mit Erden aus seiner Region zu erweitern. Diesmal war Oliver Kaczmarek dran.

Nach dem Besuch im Parlamentsgebäude fuhren die Gäste zum weiteren Höhepunkt des Tages: In der Kulturbrauerei auf dem Prenzlauer Berg wurden sich elegant kommentiert durch die dortige Dauerausstellung über die DDR geführt. Tags zuvor hatten sie in Hohenschönhausen die Gedenkstätte im ehemaligen Stasi-Untersuchungsgefängnis besucht. Ihr kundiger Führer dort war Martin Ehlert, der die perfide Systematik, mit der die Häftlinge psychisch und physisch gefoltert wurden. Der einstündige Besuch entließ spürbar betroffene Besucherinnen und Besucher zurück in den Berliner Alltag.

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