Thomas Oppermann füllte souverän einen unterhaltsamen und informativen Abend

Unna. Voll wie schon lange nicht mehr war’s im Katharinenhof in Unna. Thomas Oppermann, Fraktionsvorsitzender der SPD im Berliner Bundestag war angekündigt. Gemeinsam mit Bürgermeister Werner Kolter werde er auf dem Roten Sofa Platz nehmen und sich den Fragen von Thorsten Wagner, Chefredakteur bei Antenne Unna zu stellen … und natürlich auch dem Publikum zu stellen. Thomas Oppermann war mit seinem Freund und Fraktionskollegen Oliver Kaczmarek unterwegs an den Hellweg, weil beide noch in der Hauptstadt heute über Griechenlands Soforthilfen hatten abstimmen müssen. Also wurde es ein wenig später, was aber jeder verzieh und Verständnis dafür aufbrachte.

So konnte Gastgeber Oliver Kaczmarek auch sofort in die Rolle des Unterbezirksvorsitzenden schlüpfen, kaum dass beide durchgeatmet hatten. Und er begrüßte den Fraktionschef herzlich und wünschte den vielen Gästen einen unterhaltsamen und informativen Abend im Katharinenhof. Diesem Wunsch entsprachen in der Folge die drei Gesprächspartner voll und ganz.

Natürlich griff Thorsten Wagner das Thema Griechenland sofort auf und lenkte Thomas Oppermann sachte auf einen Weg, den er ebenso wortgekonnt wie sachkundig beschritt. Wiewohl er keinen Hehl daraus machte, für die weiteren finanziellen Hilfen gestimmt zu haben, waren ihm kritische Anmerkungen zum europäischen Partner nicht fern. Er widersprach auch nicht, als Thorsten Wagner mit einem belächelten Vergleich die griechische Steuerfahndung insgesamt auf eine personelle Ausstattung in Augenhöhe mit einem deutschen Großstadt-Finanzamt skizzierte. Und den Jetset-Minister Varoufakis hätte er auch nicht so unterhaltsam gefunden wie das republikanische Boulevard.

Flüchtlinge und ihre Aufnahme in den Kommunen, das Thema brannte auf den Nägeln. Hier ging Bürgermeister Werner Kolter energisch nach vorn und wies eindringlich darauf hin, dass die kommunale Ebene dringend Hilfe benötige, um alle Aufgaben erledigen zu können. Sein Appell richtete sich direkt an den Bundespolitiker und Oliver Kaczmarek. Dringend bräuchten die Städte und Gemeinden zukünftig dafür mehr finanzielle Unterstützung.

Und dann musste natürlich thematisiert werden, dass Unnas Bürgermeister keinen Gegenkandidaten habe. Ja, ist das etwa seine Verantwortung? In diese verblüffte Frage stimmte auch Thomas Oppermann ein. Wenn keine andere Partei einen Gegenkandidaten aufstellt, dann muss er seine Sache wohl nicht schlecht machen.

Szenenapplaus gab’s noch für was ganz Banales (oder auch nicht). Gebürtig sei er ja Westfale, erklärte Thomas Oppermann. Und als solcher unbeirrter Fan des BVB. Er wusste ja nur zu gut, dass sein Kollege Oliver Kaczmarek Anhänger von Blau und Weiß ist. Aber die Mehrheit im Saal freute sich applaudierend über Thomas Oppermanns schwarz-gelbe Neigung.

Das Publikum kam auch noch zu Wort. Auch in dessen Reihen war das Thema Flüchtlinge (Thomas Oppermann: „Aufpassen, dass die Stimmung nicht kippt.“) virulent. Oder auch die Frage nach des Fraktionsvorsitzenden Haltung in der Affäre Edathy. Souverän begründete Thomas Oppermann, warum er nie auf den Weg geriete, in einem Fall wie diesem irgendeine Hilfestellung zu leisten, – er sei vor allem Familienvater.

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