Hartmut Ganzke und Klaus Stindt: Lärm auf Sportanlagen muss im Sinne von Kindern und Jugendlichen bewertet werden!

In vielen Städten und Gemeinden schwelt seit langer Zeit ein Konflikt zwischen Sportvereinen und den Anwohnerinnen und Anwohnern von Sportanlagen. Grund dafür sind oft die Lärmgrenzwerte der aktuell geltenden Sportanlagenlärmschutzverordnung. Es zeigt sich, dass es die Sportvereine auch bei normalem Sportbetrieb kaum schaffen, unterhalb der Schwelle von 50 dB(A) zu bleiben und damit regelmäßig die Grenzwerte in reinen Wohngebieten überschreiten. Die Streitfälle häufen sich insbesondere in den Ballungsräumen, in welchen Areale rund um die Sportanlagen zu neuen Wohngebieten ausgewiesen werden. Lärmgutachten stellen dann im Nachgang der Bebauung fest, dass die Geräuscheinwirkungen der jeweiligen Sportanlage die zulässigen Immissionswerte überschreiten. Dabei sind die Lärmquellen oft nicht (nur) die Sportlerinnen und Sportler. Dazu zählen häufig auch die Zuschauer, deren An- bzw. Abreisegeräusche, elektronisch verstärkte Durchsagen bzw. Musik und die Veranstaltungen in der Vereinsgaststätte.

Die Landtagsfraktionen von SPD und Bündnis90/Grüne haben sich daher des Problems angenommen und einen Antrag in der letzten Plenarsitzung gestellt, der eine Mehrheit gefunden hat. Die Landesregierung wird darin aufgefordert, einen Runden Tisch zwischen dem Landessportbund NRW, den kommunalen Spitzenverbänden und den zuständigen Ministerien zu initiieren, welcher sich mit den konkreten Ursachen der Lärmkonflikte bei Sportanlagen und möglichen Lösungsansätzen beschäftigen soll. Da es sich aber um bundesgesetzliche Regelungen handelt, soll sich die Bundesregierung gegenüber dem Bundesrat und Bundesregierung für eine Lösung der Lärmkonflikte einsetzen. „Wir müssen gegenüber dem Bund deutlich machen, dass Lärm, der auf Sportanlagen durch Kinder und Jugendliche hervorgerufen wird, keine schädliche Umwelteinwirkung ist und das Gesetz entsprechend geändert wird“, stellt der SPD-Landtagsabgeordnete Hartmut Ganzke die Kernforderung heraus.

„Die gemeinwohlorientierten Sportvereine haben eine große gesellschaftliche Aufgabe für die Kinder und Jugendlichen übernommen, der sie oft nur auf ihren Sportanlagen gerecht werden können“, erläutert der Vorsitzende des Kreissportbund Unna e.V., Klaus Stindt, „von daher begrüße ich den aktuellen Vorstoß des Landtags ausdrücklich.“

KSBFoto (v.l.n.r.): Hartmut Ganzke und Klaus Stindt

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