Steinmeier macht Druck für schnelle Hilfe

Über 70.000 Frauen, Männer und Kinder aus Syrien haben seit Beginn der Krise vor drei Jahren in Deutschland Zuflucht gefunden – eine Herausforderung für viele Länder und Kommunen, die Flüchtlinge menschenwürdig unterzubringen.

In den Nachbarländern des vom Bürgerkrieg und dem Terror der IS-Milizen erschütterten Land ist die Lage aber noch weit dramatischer: Über drei Millionen sind für das nackte Überleben über die Grenzen gekommen. Mehr als ein Viertel aller Menschen im Libanon und in Jordanien sind inzwischen Flüchtlinge aus Syrien – und das in Gesellschaften, in denen die Wasservorräte etwa schon für die einheimische Bevölkerung zu knapp sind.

Ohne Hilfe der internationalen Gemeinschaft droht der Region ein zusätzliches Sicherheits- und Stabilitätsrisiko. Fast 650 Millionen Euro hat die Bundesregierung seit 2011 für Hilfe schon zur Verfügung gestellt – das wird aber nicht reichen. Außenminister Steinmeier macht darum Druck für Lösungen – und hat dafür internationale Geber, Hilfsorganisationen und Vertreterinnen und Vertreter der am stärksten betroffenen Staaten zu einer Konferenz nach Berlin eingeladen.

Dabei will er vor allem an zwei Punkten vorankommen: Zum einen gehe es darum, den „Kollaps der öffentlichen Versorgung zu verhindern“, schreibt Steinmeier in einem Namensbeitrag – Investitionen in Krankenhäuser, Schulen, Wasser und Müllabfuhr. Zum anderen müsse auch die Lebenssituation der Flüchtlinge noch stärker in den Blick genommen werden. Zum Beispiel durch Bildungschancen für Kinder und Jugendliche.

Parallel arbeitet der Außenminister mit Hochdruck weiter an einer politischen Lösung des Konflikts. Denn ohne Frieden sei das Leid der Menschen nicht zu beenden – es gehe um die „Hoffnung der Flüchtlinge auf eine Rückkehr in ihre Heimat“, so Steinmeier. (SPD.de)

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